Student sein – nicht nur studieren!

Nach diesem Leitspruch lebt das Corps Lusatia seit 1807. Natürlich steht gerade bei uns das Studium an erster Stelle. Aber wir schaffen uns genügend Freiraum, um unsere Freizeit in studen­ti­scher Weise auszufüllen.

Business Dresscode”

Führung durch die Klavier­ma­nu­faktur Blüthner

Vorträge

Lusatia nahm 1928 „Herren­abende“ in ihr Programm auf. Inzwi­schen heißen sie „Vortrags­abende“ oder „Workshops“, und auch Studen­tinnen sowie nicht-studie­rende Mitbürger sind herzlich einge­laden. Unter den Vortra­genden finden sich Bürger­rechtler, Ärzte, Wissen­schaflter, Wirtschafts­führer, Spitzen­beamte und Politiker. Auch die Aktiven des Corps haben die Möglichkeit, sich mit Vorträgen einzu­bringen und ihre Präsen­ta­ti­ons­fä­hig­keiten zu schulen. Die Vielfalt und Qualität des Programms erkennt man leicht:

Führung durch das Bundesverwaltungsgericht
Prof. Dr. Ingo Kraft, Vorsit­zender Richter am Bundes­ver­wal­tungs­ge­richt, Winter­se­mester 2017/18.

Archi­tekten, Ingenieure und Juristen auf der Baustelle – geht das?
Rechts­anwalt Klaus F. Delwig, Fachanwalt Bau- und Archi­tek­ten­recht in Leipzig, Winter­se­mester 2017/18.

Aufgaben und Heraus­for­de­rungen der Wasserwirtschaft.
Michael Thies, Kaufm. Geschäfts­führer der Wasser­werke Leipzig, Sommer­se­mester 2017.

Das Innen­leben einer Großkanzlei.
Dr. Stephan Kraatz, Anwalts­kanzlei CMS Hasche Sigle Leipzig, Winter­se­mester 2016/17.

Vom Studenten zum Gründer – wie schütze ich meine Ideen?
Dipl.-Ing. Dr. Jan-David Hecht, Patent­anwalt in Leipzig, Sommer­se­mester 2016.

Der Johan­ni­ter­orden – über 900 Jahre Hilfe am Nächsten.
Leo Sahrer v. Sahr v. Schönberg, Sächsische Genos­sen­schaft Johan­ni­ter­orden, Leipzig, Winter­se­mester 2015/16.

Die Hotel­lerie im techni­schen Wandel und dadurch entste­hende Herausforderungen.
Hans Kauschke, Direktor des Steigen­berger Grand­hotel Handelshof, Leipzig, Sommer­se­mester 2015.

Business Dresscode.
Norbert Schaal, De Scale Maßkon­fektion, Leipzig, Sommer­se­mester 2015.

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Mensur

Studentisches Fechten früher

Die einst vom Rittertum und von bürger­lichen Fechter­gilden gepflegte Fecht­kunst hat sich in Leipzig über Jahrhun­derte hinweg als studen­tische Standes­sitte erhalten. So stand auch der Jurastudent Johann Wolfgang Goethe 1767 einem anderen Leipziger Studenten im Zweikampf gegenüber. An die Stelle der bis zum Ausgang des 18. Jahrhun­derts üblichen Raufhändel trat die Mensur, bei der sich gleich­wertige Fechter unter Einhaltung strengen Regle­ments gegen­über­stehen. Der Begriff leitet sich vom latei­ni­schen „mensura“ ab und bezeichnet den Abstand zwischen den beiden Fechtern. Zur Wahrung der Fairness ist stets ein „Unpar­tei­ischer“ als eine Art Schied­richter und ein Mediziner („Paukarzt“) zur schnellen Versorgung etwa auftre­tender Verlet­zungen dabei.

Die Mensur heute

Manch einer bezeichnet die Mensur als Extrem­sport der Studen­ten­ver­bin­dungen. Im Gegensatz zu den gängigen Sport­arten gibt es bei unserem akade­mi­schen Fechten keinen Gewinner oder Verlierer. Die Mensur besteht, wer die Extrem­si­tuation mit Mut und Selbst­be­herr­schung bewältigt. Dabei kann man auch mal über sich hinaus­wachsen und zeigen, wie sehr man hinter seinem Bund steht, frei nach dem Motto „Taten sagen mehr als Worte“.

Das Gemein­schafts­er­lebnis schweißt die Corps­brüder enger zusammen – wie bei einem Boxkampf hat jeder Fechter auf seiner Seite die Corps­brüder, die ihm in dieser Situation zur Seite stehen und ihn moralisch unter­stützen. Die gleiche Unter­stützung, der er sich auch sonst immer gewiss sein kann. Sehr darauf bedacht, Verlet­zungen vorzu­beugen, trainieren wir das Fechten bis zu fünfmal in der Woche, einmal unter fachge­rechter Anleitung durch einen Berufs­fecht­meister. Die Übungs­stunden sind so festgelegt, daß sie sich mit den Studi­en­plänen der Aktiven verein­baren lassen.

Kneipe

Die Kneipe ist eine von allen Verbin­dungen gepflegte Tradition, die in ihrer Art von den Semes­ter­partys, wie man sie kennt, erheblich abweicht. Wir Aktiven feiern sie unter Leitung des Seniors in gesel­liger Runde mit unseren Alten Herren, weiteren Korpo­rierten und Gästen. Sie ist durch Reden und Lieder geprägt, die je nach Anlass vor allem im inoffi­zi­ellen Teil auch besonders heiter und fröhlich ausfallen können. Alte studen­tische Trink­bräuche wie die Zeremonie des „Salamanders“ werden hier gepflegt. Im Ablauf unter­scheidet sich unsere Kneipe von den gleich­na­migen Veran­stal­tungen anderer Verbin­dungen. Diesen „Lausitzer Stil“ muß man an Ort und Stelle erleben!

Eine feier­liche Kneipe in größerem Rahmen ist der Kommers. Den Höhepunkt unseres jährlichen Stiftungs­fest­kom­merses bildet der „feier­liche Landes­vater“. Mit diesem aus dem 18. Jahrhundert überlie­ferten studen­ti­schen Brauch wird unter feier­lichem Gesang und Durch­stechen der Mützen die Treue zur corps­brü­der­lichen Gemein­schaft beschworen.

Lieder

Heutzutage kennt die Masse der deutschen Studenten keine Studen­ten­lieder mehr. Zugegeben: ein Teil der im „Allge­meinen Deutschen Kommersbuch“ (erste Auflage 1858) enthal­tenen Lieder erscheint allzu stark einem verflos­senen Zeitgeist verhaftet zu sein, andere aber sind modern wie eh und je. Als geschichts­be­wusste Studenten singen wir gern die schon von unseren Vor-Vätern im Corps seit 1807 auf den Kneipen begeistert angestimmten Lieder. Auf die Pflege des reichen studen­ten­ti­schen Liedguts legt Lusatia beson­deren Wert. Im Gegensatz zu anderen Korpo­ra­tionen, die auf ihren Kneipen nur ein Standard­pro­gramm weniger Lieder absol­vieren, wollen wir eine breite Palette schöner alter Studen­ten­lieder kennen­lernen und singen. Dazu geben wir ein eigenes Liederheft heraus, das laufend nach etwa drei Semestern um neue Lieder berei­chert wird.

Trink­lieder des ehema­ligen Leipziger Studenten Johann Wolfgang Goethe sind dabei, Freiheits­lieder aus unserer Gründungszeit ebenso wie das inter­na­tional bekannte „Gaudeames igitur“ . Jährlich auf dem Stiftungs­fest­kommers singen wir die in alter Zeit von Lausitzern zu Ehren unserer Stifter und unserer Farben verfaßten Lieder, die keine „tierisch ernsten“, sondern eher humoris­tische Züge tragen. Einen hohen Stellenwert besitzt das erstmals von unseren Kriegs- und Nachkriegs­ak­tiven begeistert gesungene Trutzlied „Nein, ihr könnt uns nicht begreifen“. An die neuere Geschichte erinnert das bei unserer Rückkehr nach Leipzig 1990 gesungene Lied „Start in Leipzig“, dessen zweite Strophe bereits 1988 in der „DDR-Verbindung“ Kröll­witzer SC zu Halle angestimmt wurde.

Start in Leipzig

O alte Burschenherrlichkeit,
du bist noch nicht entschwunden!
Jetzt kehrst du wieder, goldne Zeit,
so froh und ungebunden!
In Leipzig hallt Kommersgesang
und auch des Glocken­schlägers Klang.
Und den laßt fest uns halten!
Wir bleiben stets die alten.

 

Es braust ein Ruf von Haus zu Haus
in Jena, Leipzig, Halle,
in Greifswald, Tharandt, Rostock auch,
wo wir studieren alle.
Vom Rhöngebirg zum Oderhaff
wird wiederum gekneipt recht brav
so wie in alten Zeiten
– und das in unsren Breiten!

 

Drum Brüder reichet euch die Hand,
damit es sich erneure,
der alten Freund­schaft heilges Band,
das alte Band der Treue.
Lusatia soll in Leipzig stehn,
mit Burschen, Füchsen neu erblühn!
Lusatia möge wachsen
als älteste in Sachsen!