Aktive

Den Kern unserer Lusatia bildet das aktive Corps, die Gemein­schaft aller mit der Hochschule eng verbun­denen Mitglieder. Die Aufnahme erfolgt ohne Rücksicht auf Fachrichtung, politische oder religiöse Überzeugung, soziale Herkunft und finan­zielle Verhält­nisse des Bewerbers. Seit 1807 werden im Corps Lusatia auch auslän­dische Kommi­li­tonen aktiv, die sich dem von uns gepflegten Studen­ten­leben verbunden fühlen. Die Aktivität beginnt mit der etwa einse­mest­rigen Probezeit als Fuchs.

Es ist eine Zeit des gegen­sei­tigen Kennen­lernens und Prüfens: Der Fuchs braucht sich erst jetzt endgültig darüber schlüssig zu werden, ob er unserer Lusatia über die Univer­si­tätszeit hinaus auf Lebenszeit angehören will. Umgekehrt überlegen die älteren Aktiven, ob der Fuchs nach seinem Charakter in die enge Gemein­schaft der Lausitzer passt. Nach erfolg­reicher Probezeit wird der Aktive als Corps­bursch mit vollen Rechten und Pflichten aufgenommen.

Wer sich angespannt auf den Studi­en­ab­schluss vorbe­reitet, wird inaktiver Corps­bursch. Er nimmt nach eigenem Ermessen weiter am aktiven Corps­leben teil und steht den jungen Corps­brüdern mit Rat und Tat zur Seite.

Aktive zum 208. Stiftungsfest

Boots­fahrt

Skifreizeit bei einem Alten Herrn

Altherrenschaft

Umgekehrter Generationenvertrag“

Wer sein Studium erfolg­reich beendet hat und in den Beruf einge­treten ist, wird „Alter Herr“ des Corps. Unser Corps Lusatia zählt knapp 160 Alte Herren, die, so wie es die Zeit und die Entfernung zulässt, uns stets gerne in Leipzig besuchen und mit uns in regem Erfah­rungs­aus­tausch stehen. Die Förderung, die er als Student von den älteren Corps­brüdern erfahren hat, gibt er nun als Alter Herr zurück an die jungen Aktiven. Mit ihren finan­zi­ellen Beiträgen unter­stützen die Alten Herren den laufenden Aktivenbetrieb.

Die Vertrauens-Commission

Die gemein­samen Inter­essen der Alten Herren vertritt eine von allen Lausitzern, also auch von den Corps­bur­schen und inaktiven Corps­bur­schen, gewählte sieben­köpfige Gruppe besonders einsatz­freu­diger Alter Herren. Sie ist somit vom Vertrauen aller alten und jungen Corps­brüder getragen und heißt deshalb Vertrauens-Commission. Nach außen gilt sie als Vorstand der Altherrenschaft.

Hausbauverein Alter Lausitzer e.V.

Die Alten Herren der Lusatia haben einen Verein gegründet, der als juris­tische Person Eigen­tümer des Corpshaus-Grund­stücks ist und mit Hilfe freiwil­liger Spenden Alter Herren das gemein­nützige Studen­ten­wohnheim der Lusatia unterhält. Auch nicht korpo­rierte Studenten dürfen hier wohnen.

Das Corpshaus

Christian Friedrich StempelChristian Friedrich Stempel
Eduard Caspar von SieboldEduard Caspar von Siebold

Alte Herren früherer Zeiten

Eine kleine Auswahl verdeut­licht die Vielfalt der im Corps herrschenden Fachrich­tungen und Interessen.

Lusatia Leipzig

—   Christian Friedrich Stempel (1787 – 1867)
Stifter des Corps, evange­li­scher Pfarrer in der Lausitz, als Kito Fryko Stempel namhafter nieder­sor­bi­scher Dichter.
—   Georg Gottlieb Pusch (1791 – 1846)
Mineraloge und Chemiker, Begründer der Geologie für das spätere Polen.
—   Eduard Caspar von Siebold (1801 – 1861)
Professor in Berlin, Marburg und Göttingen, führender Gynäkologe.
—   Friedrich Ritschl (1806 – 1876)
Altphi­lologe und Hochschul­po­li­tiker, Professor in Leipzig.
—   Hans von Thümmel (1824 – 1895)
Jurist, sächsi­scher Finanz­mi­nister und Ministerpräsident.
—   Gerhard Hachmann (1838 – 1904)
Jurist, Erster Bürger­meister von Hamburg.
—   Reinhold Lobedanz (1880 – 1955)
Jurist, Präsident der Länder­kammer der DDR.

Lusatia Breslau

—   Heinrich Sachs-Bey (1833 – 1879)
Mediziner, Leibarzt des Khedive von Ägypten. 
—   Erdmann Löwe (1834 – 1896)
Senats­prä­sident am Reichs­ge­richt, Begründer des straf­pro­zeß­recht­lichten Standard­kom­mentars „Löwe-Rosenberg“.
—   Johannes Maria Assmann (1836−1903)
Katho­li­scher Feldprobst (Militär­bi­schof) des preußi­schen Heeres. 

Lusatia Leipzig und Lusatia Breslau

—   Konstantin Richter (1827 – 1910)
Jurist, Verwal­tungschef der Kaiser­lichen Marine. 
—   Waldemar Dyhren­furth (1849 – 1899)
Staats­anwalt, Gesell­schafts­kri­tiker der „Dritten Schle­si­schen Dichter­schule“, Erfinder des „Bonifazius Kiesewetter“. 
Waldemar DyhrenfurthWaldemar Dyhren­furth