Da sich ein Weiterleben unter dem kommunistischen Regime in Leipzig als unmöglich erwies, setzten die aus der Kriegsgefangenschaft entlassenen Aktiven den Corpsbetrieb 1946 an der Universität Erlangen fort, mißachteten die alliierten Verbote und trugen zur Wiederbelebung des Korporationsstudententums nach dem Kriege bei. Auch in Erlangen arbeiteten Aktive in der studentischen Selbstverwaltung mit. Die Wiedereinführung des Wintersports durch regelmäßige Skiferien in den Bayerischen Alpen festigte das Gemeinschaftsleben.

Um die Verbindung mit den in der DDR ausharrenden Corpsstudenten zu festigen und seinen Nachwuchs aus diesem Teil Deutschlands zu sichern, verlegte das Corps 1958 den Sitz nach Berlin (West). Regelmäßig führte es Treffen in Leipzig durch, bis der Mauerbau 1961 es vollständig von der Heimat trennte. Aktive der Lusatia gehörten zu den „Tunnelbauern“, die Flüchtlinge aus der DDR in den Westen schleusten. Das Segeln mit dem eigenen Jollenkreuzer auf der Havel und dem Wannsee bereicherte das Corpsleben in Berlin. Während der „Studentenrevolte“ griff Lusatia mehrmals in die hochschulpolitischen Auseinandersetzungen ein und erzwang 1968 durch Gerichtsurteil die Anerkennung der waffenstudentischen Verbindungen an der Freien Universität Berlin. Als radikale Gruppen 1968/69 und 1973 gewaltsam den Universitätsbetrieb störten, stellten auf Initiative des Corps Lusatia die Berliner Korporationen ihre Häuser den arbeitswilligen Studenten für Klausuren und Seminare zur Verfügung. Lusatia übernahm zweimal den Vorsitz im Corporationsring Berlin (über 30 Verbindungen) und führte 1986/87 für Berlin den Vorort des Kösener SC-Verbandes.