Sachsens älteste Verbindung

Studenten aus der Lausitz stifteten das Corps Lusatia am 7.9.1807 an der Universität Leipzig. Die Mitglieder stammten zunächst überwiegend aus der Ober- und der Niederlausitz, aus Schlesien und Anhalt-Dessau. Bald gehörten ihm Studenten aus allen Teilen Deutschlands und auch ausländische Kommilitonen an. Lusatia unterstützte die nationalen und liberalen Ideen der „Urburschenschaft“ und nahm 1817 am Wartburgfest teil, widersetzte sich aber der zunehmenden politischen Radikalisierung und dem Alleinvertretungsanspruch der Burschenschaft. Als Gegengewicht gründete es mit Gleichgesinnten 1821 auf der Rudelsburg den Allgemeinen Senioren-Convent Jena-Leipzig-Halle und 1848 den Kösener SC-Verband (KSCV) als Dachverband der Corps aller deutschen Universitäten.

Lusatia beteiligte sich maßgeblich an allen Aktivitäten der Leipziger Studentenschaft, insbesondere während der politischen Unruhen des Vormärz. Das Corps trat für die Erhaltung der eigenständigen akademischen Gerichtsbarkeit ein und wirkte 1911 an der Gründung des ersten Allgemeinen Studentenausschusses (AStA) der Universität Leipzig mit.

Alte Herren des Corps Lusatia gehörten als Vertreter unterschiedlicher politischer Richtungen der Nationalversammlung in der Paulskirche, den Reichstagen des Norddeutschen Bundes, des Kaiserreiches und der Weimarer Republik sowie den Parlamenten deutscher Länder an. Die Kriege 1813/15, 1866, 1870/71 und die beiden Weltkriege und ihre Folgen fügte dem Corps schwere Verluste zu.