Breslaufahrt

Mai 17, 2015 Aktivenleben

Seit es die politischen Verhältnisse ermöglichen, werden gemeinsame Fahrten nach Breslau angetreten. Erst im Jahre 2012 hatte man das 180. Stiftungsfest der Lusatia Breslau in ihrer alten Heimat gefeiert. 2015 sollte die Einweihung einer Gedenktafel am Corpshaus in Breslau Anlass für eine weitere Reise geben, zu der Aktive zur Teilnahme aufgerufen wurden.

Am Donnerstag, den 14. Mai machten wir uns von Leipzig aus über Berlin mit dem Transitbus auf den Weg. Spät nachmittags erreichten wir Breslau und nutzen die ersten Minuten für einen kleinen Stadtrundgang, bevor wir schließlich unsere Corpsbrüder und ihre Ehefrauen im Schweidnitzer Keller trafen. Auch Herr Thomas Maruck, Mitglied der Deutsch-Polnischen Gesellschaft, ein Kollege und Freund unseres AH Jerschke II, war zusammen mit seiner Ehefrau Teil der illustren Runde. Herr Maruck half uns beim Überwinden von Sprachbarrieren und er- zählte uns von den Besonderheiten des Schweidnitzer Kellers, dem ältesten Gasthaus Europas. Verschiedenste Gedichte und studentische Erzählungen wurden zum Besten getragen. Auch Leipzig fand Erwähnung. Wessen Neugierde geweckt wurde, dem sei ein Blick in das Buch von Thomas Maruck „Der Schweidnitzer Keller im Breslauer Rathaus“ empfohlen, welches nun einen Teil unserer Corpsbibliothek bildet.

Freitagmorgens nahm uns Herr Maruck an die Hand und führte uns durch Breslau. Besonderes Augenmerk der dreistündigen
Führung galt den Kirchen und dem Breslauer Dom. Nach anschließender Stärkung in einem der kleinen Restaurants am Marktplatz machten wir uns auf den Weg zum ehemaligen Corps- haus der Lusatia Breslau, um die dort angebrachte Gedenktafel zu enthüllen. In polnischer und deutscher Sprache weist sie auf den früheren Bewohner hin. Die heutigen Nutzer des Corpshauses zeigten sich an der Historie des Hauses sehr interessiert. Kneip- und Ballsaal sowie der Paukraum sind trotz baulicher Veränderungen erkennbar geblieben. Bevor wir uns an der Tafel mit Kaffee und Kuchen stärkten, wurden wir durch das heutige Kinder- und Jugendzentrum geführt. Das Corpshaus war und ist ein kreativer Ort für junge Menschen geblieben.

Am frühen Abend besuchten wir die Breslauer Oper. Die Zuhörer ließen sich von Verdis „La Traviata“ verzaubern. Das Stück glänzte durch klassische Inszenierung und bot wenig Anlass zu Kritik. Moderne Elemente suchte man vergebens. Heimischen Opern wird Nachahmung empfohlen. Im Anschluss ließen wir den Abend im Spiz, einem Restaurant am Marktplatz, ausklingen.

Samstagvormittags trafen wir uns, um die Gebäude der Universität Breslau zu erkunden, deren Renovierung erst letztes Jahr ihren Abschluss gefunden hatte. Beeindruckende Deckenmalereien sowie kunstvoll verzierte Säulen schmücken die Säle. Ein anmutiger Anblick. Frau Jerschke nahm sich die Zeit, uns vor Beginn einer Veranstaltung der Deutsch-Polnischen Gesellschaft durch die Räume zu führen. Nun referierten deren Mitglieder zu verschiedenen Themen. Den angemessenen Rahmen lieferte ein Streichquartett auf dem Podium während der Pausen. Anschließend verabschiedeten wir uns und traten die Heimreise an. Alles in allem ein sehr gelungener Ausflug. Ich möchte noch einmal allen Teilnehmern meinen Dank aussprechen. Besonderer Dank gilt unseren Corpsbrüdern Jüttner und Jerschke, die die Organisation betreuten.